Die Politik ist kein schmutziges Geschäft

- die Regierung ist Gottes Dienerin (Diakonin)

Joachim Hübel (2025)

Ganz unten steht das pdf-Dokument „Die Politik ist kein schmutziges Geschäft“ (20 Seiten, 1,71 MB) als kostenloser Download zur Verfügung:

Im November 2024 erhielten wir von einem Besucher unserer Exegesa-Homepage folgende Mitteilung und Anfrage:

„Du (= Joachim Hübel) hast im www (in deinem Autorenprofil) geschrieben:

»Ab 1991 war ich 14 Jahre aktives Mitglied der „Partei Bibeltreuer Christen“ (PBC - heute: Bündnis C). Erst als Beisitzer in Kreisverbänden, dann ab 1998 als stellvertr. bzw. als 1. Vorsitzender des Kreisverbands Bamberg; 2001-2003 war ich 1. Vorsitzender des Bezirksverbands Oberfranken. Aus gesundheitlichen und familiären Gründen bin ich seit 2005 nicht mehr aktiv in der PBC tätig. – Ganz nebenbei bemerkt: Politik ist keine „schmutziges Geschäft“; die Regierungs-Instanz ist eine autorisierte „Diakonin“ (Dienerin) Gottes – siehe Röm 13,1-7;  Tit 3,1;  1.Petr 2,12.14.«“

[Der Schreiber fährt in seiner Email fort:] „Gilt das immer noch? – Ich gebe dir zwar völlig Recht, dass es wohl eine Führung und Herrschaft geben muss, doch ist diese denn nicht an entsprechende Bedingungen geknüpft? 

Und angesichts des heutigen "dreckigen politischen und verwaltungsmäßigen" Geschäftes muss man erst recht die Frage stellen, ob das, was damals in der Bibel gesagt wurde, heute noch gilt.

Um es ganz kurz zu machen: 

Das sind ja inzwischen lauter Unfähige, Ungeeignete ... die zudem wohl auch psychisch krank sind und in die Irrenanstalt gehören - oder auch gleich ins Gefängnis. 

Mit anderen Worten: 

Echte Teufel ! 

Ich glaube gar nicht, dass Gott wollte, dass wir von Teufeln regiert werden. Oder? 

Und wie soll unter solchen teuflischen Regierungen jemals etwas Gutes dabei herauskommen? 

Schauen wir uns doch nur mal die Geschichte an! 

Eine teuflische Herrschaft führt ein Volk in die Zerstörung, Schädigung, und letztendlich in den Untergang und zur Vernichtung.

Ich glaube deshalb in keinem Fall, dass Gott solche Teufel haben wollte, die über uns regieren. 

Man kommt ja gar nicht mehr nach mit dem Aufnehmen und Speichern der täglichen politischen Skandale. 

Viele Grüße – Frank Bühlow (Name geändert)“ – [Ende der Email] 

 

Als Antwort schrieb ich ihm folgendes:

Lieber Frank,

danke für deine unverblümt authentische Mitteilung. Gleich zu deiner eingangs gestellten Frage, ob das immer noch gilt, dass Politik „kein schmutziges Geschäft, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe“ ist, und dass Regierung nach Römer 13,1-7 eine „Diakonin“ (Dienerin) Gottes ist.

Ja, das gilt immer noch.

Ich beziehe mich in meiner Position auf den Text des inspirierten Wortes Gottes: Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten <staatlichen> Mächten! Denn es ist keine <staatliche> Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der <staatlichen> Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein [göttliches Gerichts-]Urteil empfangen. Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der <staatlichen> Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie ist Gottes Dienerin (w. Diakonin), dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen. Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottes Diener (o. Amtsträger), die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind. Gebt allen, was ihr <ihnen> schuldig seid: die Steuer, dem die Steuer; den Zoll, dem der Zoll; die Furcht, dem die Furcht; die Ehre, dem die Ehre <gebührt>!“ (Röm 13,1-7 rev. EÜ)

„Fürchte den HERRN, mein Sohn, und den König! Mit Aufrührern lass dich nicht ein!“ (Spr 24,21)

Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen; sei es dem König als Oberherrn oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun! Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt“ (1.Petr 2,13-15).

Nach langjähriger Beschäftigung mit dieser Thematik bin ich der Auffassung, dass Gottes Wort allgemein – und speziell im Röm 13,1-7 – zeitlose, unabänderliche Gültigkeit besitzt, eben weil es nicht der menschlichen Weisheit entspringt, sondern vom Geist Gottes inspiriertes, biblisches Wort ist – siehe dazu unser Dokument: Die Bibel - das sichere Fundament und auch unsere Lehrgrundlage - Basics. Die Bibel ist das Benutzer-Handbuch Gottes – sozusagen die göttlich autorisierte, zeitlos gültige Bedienungsanweisung.

Sowohl die Weisheit, die Gedanken und die Wege Gottes sind höher als unsere vernunftmäßigen Einschätzungen (Jes 55,9). Nichtsdestotrotz hat Gott uns einen Verstand gegeben – mitdenken ist also nicht nur erlaubt, sondern erwünscht und geboten (Mt 22,37). Doch unser irdisch geprägter Verstand muss „erneuert“ und geistlich restauriert werden (siehe Röm 12,2). Um die Gedanken Gottes nachvollziehen zu können, hat der Schöpfer uns neben dem Verstand auch sein inspiriertes Wort und seinen Heiligen Geist als „Lehrer der Wahrheit“ gegeben, der uns „in alle Wahrheit führt“ (Joh 16,13;  14,17;  15,16) – so wir auf ihn hören und korrekturbereit sind.

Nun zu deinen Feststellungen: Ja natürlich sind die meisten Regierungen, Politiker und Machthaber irregeführt und vom Weg der Gerechtigkeit abgekommen. Da hast du sicherlich Recht. Ich würde zwar nicht sagen, dass es Teufel sind, aber doch, dass sie nicht selten vom Widersacher Gottes dämonisch inspiriert, verdorben und fremdgesteuert sind. Und doch ist Gott „der Gott allen Fleisches“„Siehe, ich bin der HERR, der Gott alles Fleisches! Sollte mir irgendein Ding unmöglich sein?“ (Jer 32,27) Der HERR (JAHWE) ist der Allmächtige, der über alle Menschen, Umstände und Geschehnisse auf Erden regiert. Alles und alle sind in Seiner Hand! Alles was geschieht muss ihm dienen und letztendlich seine Absichten erfüllen! Nichts geschieht, ohne seinen Willen, bzw. ohne seine Zulassung (vgl. Mt 10,29).

So sind (oder waren) auch alle Regenten der Weltgeschichte entweder von IHM eingesetzt (Ps 22,29;  Dan 4,14.22.29) oder aber von ihm zugelassen – auch ein Nebukadnezar, ein Kyros, ein Nero, ein Hitler, ein Stalin, ein Saddam, ein Putin, ein Xi Jinping, ein Kim Yong Un, ein Selenskyj, ein Netanjahu, ein Trump, ein Olaf Scholz oder wie sie alle heißen mögen, die an den Strippen politischer Macht gezogen haben bzw. noch immer ziehen. Damit wären wir bei Röm 13,1.2: „Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten <staatlichen> Mächten! Denn es ist keine <staatliche> Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der <staatlichen> Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen.“ Manchmal werden vom HERRN harte, diktatorische Regierungen als „bittere Pille“ verordnet, durch die eine Nation zurechtgewiesen und gezüchtigt wird. Machen wir uns da nichts vor. Die Völker befinden sich insgesamt auf dem Abweg der Sünde, der Rebellion und der Gottlosigkeit. Haben da ihre so „ehrenwerten“ Bürger eine gerechte und gute Regierung verdient? Auch die sog. „christlichen“ Nationen folgen oftmals nur einer „christlichen“ Kultur. Die Menschen dort in den Volkskirchen-Institutionen werden meist nur mit einer oberflächlich-christlichen „Leitkultur“ „christlich sozialisiert“ (2.Tim 3,5), was aber nicht wirklich zur Erlösung und geistlichen Wiedergeburt führt. Schauen wir uns doch nur den Katholizismus oder die evangelischen Kirchen an. Können die kirchlichen Sakramente (= Ritual-Magie) die Menschen zur Rettung führen? Da täte mich, lieber Bruder Frank, deine Meinung interessieren. Selbst in den Freikirchen (Evangelikalismus) wird heute oftmals nur noch eine gefällige, bibelkritische Populär-Theologie und ein benutzerdefiniertes, gefälliges Gottesbild vermittelt. Der biblische Gott (in seiner Gesamtheit!) ist heute in vielen Kirchen und Gemeinden leider nur noch selten zu finden. Ich fürchte, da wird es auch unter vielen „Christen“ einmal ein böses Erwachen geben (siehe Mt 7,21-23). Jesus warnte: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können.“ (Lk 13,24) Es gibt auch einen „breiten christlichen Weg“, der ebenso ins Verderben führt wie der weltliche breite Weg (vgl. Mt 7,13.14).

Der Apostel Paulus schrieb den Abschnitt Römer 13,1-7 nicht in eigener Weisheit, sondern unter der Inspiration des Heiligen Geistes. Genau zu diesem Zeitpunkt hatte im Römischen Reich der Kaiser in Rom die zentrale Regierungsgewalt, und die war alles andere als gerecht und heilig. Bereits damals herrschte Grausamkeit, Willkür und gotteslästerlicher Götzen- und Kaiserkult. Auch die damalige Satellit-Regierung in Israel/Judäa unter König Herodes Agrippa I und II war alles andere als gottesfürchtig und gerecht. Trotzdem unterwarf sich Paulus deren Regierungsgewalt. Bei der Verhandlung seiner Anklage von den Juden berief er sich auf den römischen Kaiser (Apg 25,11.12). Dieser war Potentat und Repräsentant einer heidnischen Machtstruktur. Dennoch wurde Paulus bei der Verhandlung in Rom vom Kaiser freigesprochen und so der Gemeinde zurückgegeben (vgl. Phil 1,6.7.12.13.23-26).

Paulus war sich dessen bewusst, dass „unser Bürgerrecht in den Himmeln ist, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten“ (Phil 3,20). Doch er wusste auch, dass Gläubige während ihres irdischen Lebens noch auf der Erde wandeln und hier Aufgaben zu erfüllen haben. Sie sind zwar in der Welt, aber nicht von der Welt“ (Joh 17,11.16.18)

 

Wenn Paulus bei seinen Missionsreisen in Schwierigkeiten geriet, berief sich der Apostel mitunter sogar auf sein römisches Bürgerrecht und beanspruchte entsprechende Privilegien – z.B. eine ordentliche Gerichtsverhandlung und anständige Behandlung in der Untersuchungshaft (Apg 16,36-39;  22,23-29;  23,27).

Als Gläubige sind wir Bürger zweier Reiche – des irdischen und des himmlischen. In unserer irdischen Identität sollen wir in der Welt Salz und Licht sein. Wir können und sollen einen guten Lebenswandel führen und darüber hinaus in der Fürbitte Verantwortung übernehmen. Wer eine Berufung dazu verspürt, kann sich ggf. auch als Staatsdiener (als Beamter, Polizist, Richter, Politiker etc.) zur Verfügung stellen. – Nicht nur die Politik, sondern das ganze Leben eines Menschen kann entweder ein „schmutziges Geschäft“ oder ein verantwortungsvoller Dienst sein.

Sogar der Dienst an der Waffe als Polizist oder Soldat ist biblisch legitimiert. Denn die Staatsgewalt trägt das „Schwert“ (Exekutivgewalt) im Auftrag Gottes: „Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.“ (Röm 13,3.4) Das Gebot „du sollst nicht töten“ lautet im Dekalog (Zehngebot) sowohl in der hebräischen als auch in der griechischen Version des Urtextes wörtlich übersetzt „du sollst nicht morden“ (2.Mo 10,13;  Mt 5,21;  19,18;  Röm 13,9). Die allermeisten Bibelübersetzungen folgen in dieser Hinsicht einer falschen Übersetzungstradition. Das heutige Strafrecht unterscheidet sorgfältig zwischen einer Tötung (etwa durch Unfall, im Affekt, im Falle einer legitimen Selbstverteidigung oder im ordnungsgemäßen Staatsdienst) und einem absichtlichen Mord bei einem Verbrechen. In einer Welt, in der wir ständig mit der Realität des Bösen konfrontiert werden, muss der bösen Gewaltanwendung gewehrt werden durch die Anwendung legitimer staatlicher Gewalt. Laut Verfassung und BGB ist die Anwendung von Gewalt im persönlichen sowie im staatsdienstlichen oder nationalen Verteidigungsfalle erlaubt. Ebenso die Verwendung von Gewalt bei der militärischen Unterstützung von Bündnispartnern wie der NATO.

Die Bergpredigt enthält Anweisungen für den persönlichen, privaten Sektor. Dazu gehört beispielsweise die Feindesliebe und das Hinhalten der anderen Wange. Mit der Bergpredigt lässt sich in einer gefallenen Welt jedoch keine Realpolitik betreiben – in einer Welt, in der es Straftäter und gewalttätige „Schurkenstaaten“ gibt. Eine deutsche Politik der energiemäßigen Abhängigkeit von Russland + Abrüstung + Abschaffung der Wehrpflicht + weitgehender Abbau der Grenzkontrollen (Schengener Abkommen) + ausufernder Asylantenaufnahme und Migration aus fremdartigen Kulturkreisen + verbunden mit einer hartnäckigen Leugnung der grundsätzlichen, im Koran fest verankerter Gewaltbereitschaft des Islam – das war insgesamt eine äußerst naive, ja gefährliche Politik, die sich jetzt rächt. In fahrlässiger Weise wurden tragende Säulen der Sicherheitsstruktur demontiert, ja demoliert. Da muss man sich fragen, welche Kräfte hier im Verborgenen ihr Unwesen treiben. – Weitere Positionen lassen sich hinzufügen: Angriffe auf die Institution Ehe und Familie; auf das Lebensrecht der Ungeborenen (Abtreibung); auf die schöpfungsgemäße Sexualethik; Förderung des Irrsinns der Gendersprache und von Trans-Gender; von sexueller Perversion jeder Art; Toleranz gegenüber Gotteslästerung durch Comedy und Kunst; Liberalisierung der Justiz und des Strafrechts; Durchsetzung eines Bildungswesens, geprägt von Materialismus, Atheismus, (unbewiesener!) Evolutionslehre und manches mehr.

Bei der Betrachtung von Römer 13,1-7 müssen wir zwischen zwei Ebenen der Regierung bzw. der Politik unterscheiden:

1. Ebene – Die politische Regierungsinstitution (als staatliche Einrichtung); diese Instanz ist von Gott gesetzt und als solche kein „schmutziges Geschäft“; Politik gehört zu den 7 Basis-Aufträgen Gottes – siehe dazu mein Buch Christ und Politik. Die Regierungs-Instanz ist im gegenwärtigen Zeitlauf eine Übergangsordnung.

 

2. Ebene – Die jeweiligen Politiker und Machthaber, die den Regierungssitz innehaben und Realpolitik betreiben; auf dieser praktischen Ebene ist Politik oftmals tatsächlich zum „schmutzigen Geschäft“ geworden, weil Politiker durch ihre Gesetze und Maßnahmen oftmals das Unrecht und das Böse fördern. Diese werden eines Tages ihr Tun und Lassen vor höchstem Thron zu verantworten haben.

Im Hinblick auf diese zwei Ebenen sind beide Aussagen richtig: 1. Politik ist kein „schmutziges Geschäft“. 2. Politik ist ein „schmutziges Geschäft“. – Es hängt ganz von unserer Perspektive ab, welcher Aussage wir den Vorrang geben. Deshalb offenbart unser persönliches Urteil zu diesem Thema mehr über uns selbst als über die Politik. Es zeigt, ob unsere Auffassung von einer positiven, bibel-orientierten, glaubensvollen Haltung geprägt ist? – oder eher von einer negativen, irdisch gesinnten Einstellung? (1.Kor 2,12-16) Dadurch wird unser Urteil bezüglich Regierung und Politik zum aufschlussreichen Indikator, der uns zu einer kritischen Selbstprüfung anregen kann. Manche entschiedene Christen vertreten in dieser Hinsicht eine verkehrte, pseudo-biblische Sicht. (Natürlich hat der Teufel keinerlei Interesse daran, dass sich integere Gläubige auch noch in die Politik einmischen.)

Die Beschäftigung mit Regierung und politischen Vorgängen kann eine Erweiterung des geistlichen Horizonts herbeiführen. Dadurch wird unser Blick von einseitigen Vorstellungen auf die Vielfalt der Aufträge Gottes gelenkt. Viele Christen übersehen nämlich, dass der „Missionsauftrag“ (Mt 28,19) nicht der einzige Auftrag ist, den wir als Christen von Gott erhalten haben. In der Bibel finden wir eine Fülle von Aufträgen, die der Schöpfer den Menschen - ganz besonders aber den Gläubigen - gegeben hat. Die Aufträge Gottes lassen sich in sieben zentrale „Basis-Aufträge“ gliedern:

1.    Ehe / Familie  -  1.Mo 1,27.282,24;  2.Mo 20,12.14;  Eph 5,21-33;  6,1-4;  Mt 19,3-12

2.    Kulturauftrag („über die Erde herrschen und sie zu nutzen, zu bebauen und zu bewahren“) -  1.Mo 1,28.29;  2,15;  2.Mo 20,9; 1.Thess  4,10.11;  2.Thess  3,11.12

3.    Staatenbildung / Regierung (Politik)  -  Röm 13,1-7;  1.Pet 2,13.14.17;  Apg 17,26;  22,23-29

4.    Örtlicher Gemeindeaufbau („Hirtendienst“)  -  Apg 2,42;  1.Kor 12,12-27;  1.Petr 2,5;  5,1-3;  4,10;  Hebr 10,24.25

5.    Evangelisation / Mission  -  Mt 28,19;  Mk 16,16;  Apg 1,8;  1.Kor 1,17.18;  Phil 1,27

6.    Anbetung / Gebet / Fürbitte   -  Mt 4,10;  6,6-13;  7,7.11;  18,19.20;  Joh 4,23.24;  16,23-27;  1.Tim 2,1-4

7.    Diakonie (Hilfeleistung und Unterstützung)  -  Mt 25,34-36.40Gal 6,9.10;  Lk 16,9-12;  6,36.38;  1.Joh 3,16-18;  Jak 2,15.16;  Tit 2,14; 3,14

 

Mit meinen Aussagen, dass Regierung grundsätzlich eine „Dienerin Gottes“ und Politik kein „schmutziges Geschäft“ ist, habe ich mich bewusst dafür entschieden, mich auf der ersten und ideologisch geprägten Ebene zu bewege. Denn ich möchte ja auf die Notwendigkeit hinweisen, dass wir in der Politik integere, gerechte Menschen brauchen – auch Christen! –, die gegen den Strom schwimmen und gerechte, saubere und gute Politik betreiben, indem sie die biblische Gebrauchsanleitung zu ihrer maßgeblichen Richtschnur ihrer Überzeugung und ihres Handelns machen. Doch selbst böse Regierungen, die an und für sich ein „schmutziges Geschäft“ betreiben, sind nicht immer nur ungerecht und böse; auch sie erhalten meist noch eine staatsrechtliche Grundordnung aufrecht. (Deshalb wurde dem NS-Regime bescheinigt: „Da konnten sich Frauen auch nachts unbehelligt auf die Straße trauen!“ und „Der Führer hat nicht nur böses getan; er hat doch auch die Arbeitslosen von der Straße geholt und hat Autobahnen gebaut!“) Andererseits haben selbst die besten Regierungen im gegenwärtigen Äon ihre Fehler und Unzulänglichkeiten. In der BRD haben wir – Gott sei Dank! – eine hervorragende Verfassung (Grundgesetz), die nach dem Zusammenbruch Deutschlands von gläubigen, gottesfürchtigen Männern wie Konrad Adenauer auf den Weg gebracht wurde. Diese Grundordnung ist nach biblisch-christlichen Werten ausgerichtet und hat uns schon vor viel schlechter Regierung und böser Politik bewahrt. Und wir genießen weiterhin die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit. Wir haben die Trennung von Staat und Kirche (Laizismus). Eine weitere segensreiche Einrichtung ist die verfassungsmäßig verankerte Gewaltenteilung in Legislative (Gesetzgebung), Judikative (Rechtsprechung) und Exekutive (Vollzugsgewalt). Die freiheitlich-rechtsstaatliche Grundordnung hat uns über viele Jahre ein hohes Maß von Lebensqualität, Freiheit, Schutz, Sicherheit, Bildung, Kultur und Wohlstand beschert. Dafür dürfen wir dankbar sein. Dieser Bestand muss geschützt und mit rechts-staatlichen Mitteln gegen die naiven, dummen und bösen Fehlentscheidungen mancher irregeleiteten Politiker verteidigt werden! 

Andererseits ist ein rasant fortschreitender Abbau ethischer Werte zu beklagen. Denn leider hat die Bibel bei vielen Zeitgenossen ihre Autorität nicht nur als Erkenntnis- und Glaubensgrundlage eingebüßt, sondern auch als weise und menschenfreundliche Gebrauchsanweisung Gottes. Durch die Heilige Schrift hat uns der Schöpfer durch das universelle Grundgesetz der Zehn Gebote oder durch die Bergpredigt Jesu Christi (für den privaten Sektor!) eine zeitlos gültige Schöpfungsordnung übermittelt. Wohl dem Volk, das seine Gerechtigkeit nicht auf rein menschliche Beurteilung, sondern auf die biblisch-christlichen Werte aufbaut

Bei christlicher Politik geht es wohlgemerkt nicht darum, einen „Gottesstaat“ aufzurichten und den Staatsbürgern den christlichen Glauben (welcher Konfession auch immer) aufzuzwingen. Religion und Glaubensbekenntnis müssen frei bleiben von allem Zwang. Die spirituelle Glaubensüberzeugung ist eine Angelegenheit der persönlichen Entscheidung und des Gewissens. Das bedeutet aber auch, dass andere Religionen und Weltanschauungen nicht unterdrückt werden dürfen. Ihnen muss ein Alternativ- und Existenzrecht eingeräumt werden, sofern sich ihre Vertreter und Anhänger mit ihren Werten und Praktiken in die freiheitlich-rechtliche Grundordnung des Staates einfügen. Sobald eine Religion von ihrer Grundlage her diktatorische und gewalttätige Züge erkennen lässt, muss sie ebenso verboten werden wie eine extremistische politische Partei oder sonstige ideologische Vereinigungen. Nötigenfalls müssen ihre Vertreter und Anhänger strafrechtlich belangt werden. Keinesfalls darf einer Religion zugestanden werden, einen alternativen, vom geltenden Recht abweichenden Gesetzeskodex einzuführen wie etwa die islamische Scharia

[Anmerkung zum Christentum: Gemäß dem Neuen Testament sollen Menschen nicht zwangsbekehrt werden, sondern durch die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi freiheitlich für den Glauben gewonnen werden (Mk 16,15.16;  Röm 10,8.9.17;  1.Kor 1,21;  Eph 1,13). Mit Entsetzen blicken wir auf die Konstantinische Wende, in deren Folge das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde und dann im Katholizismus – aber später auch durch die Evangelische Luther-Kirche – zu einer zwangsmäßigen Bekenntnisdiktatur entartete. Noch heute profitieren die großen Volkskirchen von dieser Verirrung und vermitteln (und verkaufen per Kirchensteuer!) das Heil durch ihre kirchlichen Rituale als magisch wirksame „Sakramente“ (z.B. Säuglingstaufe). Siehe dazu die Lehrgrundlage unseres Exegesa-Bibel-Lehrdienstes.]

In der westlichen Zivilisation gehören Freiheit, freie Entscheidung, Selbstbestimmung und Meinungs- bzw. Religions-Freiheit sowie die allgemeinen Menschenrechte zu den wertvollsten Gütern. Diese wurden in vergangenen Epochen blutig erkämpft. Doch es regen sich immer wieder Kräfte, welche die Menschen gegen ihren freien Willen unter ein ideologisches oder religiöses Joch zwingen wollen. Da drängt sich gedanklich natürlich unwillkürlich der islamistische Terror auf, der uns immer wieder durch seine mörderischen Anschläge daran erinnert, dass es Vertreter fundamentalistischer Religion oder politischen Ideologien gibt, die allen anderen gewaltsam ihre  Überzeugung und ihre rigide Wert- und Kulturvorstellung aufzwingen wollen.

Nein, wir wollen „nicht bekehrt werden“! Weder mit roher physischer Gewalt noch mit den seelischen Mitteln von Psychoterror oder informationsmäßiger Manipulation. Wir wollen frei sein, wir wollen uns frei bewegen, uns frei entscheiden und uns frei verwirklichen! (Natürlich in den gewachsenen Strukturen und Rahmenbedingungen der demokratischen Rechtstaatlichkeit und der damit eng verbundenen, sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.) – In diesem Zusammenhang muss man sich natürlich die Frage stellen, ob es da weise und verantwortbar ist, Menschen aus anderen Kulturkreisen in großen Wellen aufzunehmen – Menschen, die von völlig anderen Werten geprägt sind. Es ist eine Illusion zu meinen, solche Menschen ließen sich in einem Crash-Kurs einfach umprägen und auf die Werte einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und einer aufgeklärten, humanistisch geformten Kultur einschwören. Die Aufnahme solcher Menschen und Gruppierungen führt erfahrungsgemäß zu großen Spannungen und zu einer massiven Gefährdung der Systemstabilität. Zumal diese Menschen in ihrem Gepäck manchmal die Einstellung mitführen: Anpassung und Unterordnung ist so lange akzeptabel, bis man stark genug ist, das Systems zu modifizieren und die Führung zu übernehmen, um der jeweiligen Gesellschaftsordnung maßgeblich seinen ethischen, kulturellen und religiösen Stempel aufzudrücken.

Das ganze System der Regulierung zur Aufnahme von Asylanten und Migranten ist längst außer Kontrolle geraten. Erst wurden die Aufnahmeverfahren aufgrund des großen Ansturms vereinfacht, dann wurden die Menschen faktisch einfach durchgewunken. Siehe dazu das brisante Buch von Stefan Meining: „Geheime Asyl-Akte – Wie die Politik in der Flüchtlingsfrage Deutschlands Sicherheit gefährdet“ (dtv-premium).

Wladimir Putin weiß, dass es eine einfache, indirekte Methode gibt, um Europa und Deutschland zu schwächen, zu destabilisieren und nachhaltig zu schädigen: Er braucht durch seine Militäraktionen bloß Millionen Syrer, Ukrainer und andere Flüchtlinge als Asylanten und Migranten in den Westen zu scheuchen. Die erledigen dann seinen Job.

Der westliche Kulturkreis hat Jahrhunderte gebraucht und große Opfer gebracht, um das Macht- und Heilsmonopol des institutionalisierten Christentums (sprich: „Kirche“) zu brechen und die Gesellschaft nach Jahrhunderten der Unterdrückung zu einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu führen. Jetzt gefährden realitätsfremde Idealisten und Politiker diese Errungenschaft in fahrlässiger Weise, weil sie meinen, wir müssten im großen Stil Menschen Zuflucht und Schutz gewähren, die unter ihrer eigenen menschenfeindlichen Kultur- und Werteordnung leiden. Diese Migranten nehmen einerseits freimütig unser Asylrecht, unseren Schutz und unsere Sozialfürsorge in Anspruch, doch gleichzeitig unterwandern sie (meist unbewusst!) unsere tolerante, freiheitlich-demokratische Gesellschaftskultur mit den intoleranten, rigiden Werten ihrer fundamentalistisch geprägten Religion und Kultur. Lange Zeit haben Politiker ernste Bedenken und Kritik mit den Kampfbegriffen „Ausländerhass“ und „Rechtsradikalismus“ weggebügelt. Es wurde versichert, dass der Islam eine „friedliche“ Religion sei, und dass die Terrorakte und die jährlich tausendfach verzeichneten Übergriffe und Messerattacken nur von Radikalisten verübt würden. Allen Tatsachen zum Trotz wurde beschwichtigt, dass es im Koran keine Aufforderungen zur gewaltsamen Islamisierung der Welt durch Djihad gäbe. Doch die deutschen Staatsbürger wollen sich nicht länger täuschen lassen, und sie wollen sich auch nicht länger einen Maulkorb umschnallen lassen. Sie stimmen mit den Füßen ab und wenden sich mehr und mehr der Alternative (AfD) zu. Und wenn unter den immer schwieriger zu bildenden Koalitionen der übrigen Regierungsparteien jetzt in der Realpolitik keine grundlegende Umkehr stattfindet, dann braucht sich die AfD bald nicht mehr um einen Koalitionspartner zu bemühen. Dann bekommt diese Partei irgendwann eine Mehrheit auch so zustande, durch die sie ohne Koalitionspartner regierungsfähigen ist. Das Giftkraut des islamistischen Terrors einerseits und der rechtsextremistischen Radikalisierung andererseits ist vor allem auf dem Komposthaufen verfehlter Flüchtlingspolitik hervor gewachsen.

Flüchtlinge und Asylanten aufzunehmen, ist eine gute Sache, wenn Menschen von ungerechten, gewalttätigen Regierungen aufgrund ihrer nonkonformen, politisch nicht korrekten Überzeugung oder um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Doch es gibt da Grenzen des Erträglichen und Zumutbaren. Wenn dadurch die nationale Sicherheit und das Wohl einer Gesellschaft gefährdet werden, dann müssen Grenzen geschlossen, straffe Kontrollen durchgeführt und nötigenfalls Riegel vorgeschoben werden. Die Regierungen der Herkunftsländer sind selbst dafür verantwortlich, dass in ihrem Land gerechte Verhältnisse hergestellt und die allgemeinen Menschenrechte beachtet werden. Diese Nationen müssen lernen, ihre Probleme selbst zu lösen. Wenn ganze Migrationswellen heranfluten und riesige Menschenmengen an den Grenzen stehen, dann sind als Soforthilfe Auffanglager wohl die bessere Lösung als das unkontrollierte Durchwinken. Der Vergleich solcher Flüchtlingslager mit den nationalsozialistischen „Konzentrationslagern“ – wie er von manchen Politikern und Kritikern geäußert wurde – ist mutwillig und entspringt einer naiven, üblen Gesinnung, die in beängstigender Weise an Realitätsverlust leidet. Wer den riesigen Unterschied zwischen den beiden Varianten nicht verstehen kann, der hat in der Politik nichts zu suchen. Der braucht dringend Nachhilfestunden in Geschichtsunterricht.

Wir können von der Weisheit der Bibel folgendes an Israel lernen: „Ein (einheitliches!) Gesetz soll gelten für den Einheimischen und für den Fremdling, der sich mitten unter euch aufhält.“ (2.Mo 12,49 – siehe auch 3.Mo 24,22) „Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremde sein, der bei euch als Fremder wohnt; du sollst ihn lieben wie dich selbst. Denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen. Ich bin der HERR, euer Gott.“ (Mo 19,34) „Und wenn ihr die Ernte eures Landes erntet, darfst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten, und du sollst keine Nachlese deiner Ernte halten; für den Elenden und für den Fremden sollst du sie lassen. Ich bin der HERR, euer Gott. … Und in deinem Weinberg sollst du nicht nachlesen, und die abgefallenen Beeren deines Weinbergs sollst du nicht auflesen; für den Elenden und für den Fremden sollst du sie lassen. Ich bin der HERR, euer Gott.“ (3.Mo 23,22; 19,10).

Wir sollten „Fremde“ – Asylanten und Migranten – in ihrer Menschenwürde achten und freundlich behandeln. Wir dürfen sie in ihrer schwierigen Lage aufnehmen und ihnen beistehen. Wir sollten ihnen im Rahmen des Zumutbaren Schutz und Fürsorge angedeihen lassen. Doch wir dürfen erwarten, dass sie sich als Gäste an die Hausordnung halten. (Ungebetene Gäste, die sich daneben benehmen, kann man auch wieder heimschicken. Doch dazu bedarf es einer Änderung der Hausordnung – und des Einbaus stabiler Türen und Sicherheitsschlösser!) Es ist die Aufgabe der Politiker mit sinnvollen und weisen Spielregeln dafür zu sorgen, dass der Prozess der Integration in Frieden und Sicherheit abläuft. Wenn die ganze Sache durch Überlastung der Behörden, der Sicherheitskräfte und der regionalen Kapazitäten aus dem Ruder läuft, dann verscherzen die Politiker das Wohlwollen der Bevölkerung, gefährden den Hausfrieden und züchten Radikalismus heran.

 

Die fortschreitende „Verfremdung“ und „Befremdung“ unserer Nation – um hier das Unwort „Überfremdung“ zu vermeiden – wird von vielen Politikern und Bürgern als Risiko in Kauf genommen. Sie meinen, aufgrund der mageren oder rückläufigen Geburtenzahlen sei eine Migration unerlässlich, um den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft mit neuen Human-Ressourcen zu beleben (zu beliefern?). Doch woher kommt das, dass sich immer mehr junge Menschen mit ihrem Lebensentwurf für die Kleinfamilie mit gerade mal einem Kind – oder für die kinderlose Familie – oder gar für das Singledasein – entscheiden? Liegt das nicht zum großen Teil daran, dass das traditionelle (biblische) Familienmodell als Grundbaustein der Gesellschaft systematisch propagandistisch schlechtgeredet wird? Und daran, dass Mütter bzw. Väter in einen zermürbenden Spagat zwischen Beruf (Karriere) und Elternschaft eingespannt werden. Und das alles im Rahmen eines zwanghaften gesellschaftlichen Anspruchs auf „gehobenen“ Lebensstandart, der unbedingt zu erringen und zu halten ist (sofern man/frau Anerkennung und Respekt gewinnen wollen). 

Eine ideologische Aufwertung der Familie und des Berufs „Mutter“(!) kann durch die (bereits bestehenden) finanziellen Anreize des Staates nicht ersetzt werden. (Nicht alle Menschen machen für Geld alles!) Es ist ein Armutszeugnis für Politik und für eine ganze Gesellschaft, wenn sich der Wert großer Mühe und der Selbstwert eines Menschen nur noch in Euro und Cent, in materiellen Vermögenswerten oder in akademischen Abschlüssen und Titeln ausdrücken lässt.

Natürlich wird alle Politik – auch die Familien-, Asyl- und Migrations-Politik – immer von fehlbaren Menschen ausgeübt. Wir sollten da die Messlatte nicht zu hoch ansetzen. Nach vollkommener Gerechtigkeit werden wir hier auf Erden vergeblich streben. Die Schöpfung ist nach dem Sündenfall kein Paradies mehr. Sie ist zum Schauplatz eines kosmischen Dramas geworden, an dessen Ende die Menschheit in zwei Gruppen geschieden wird: in die Schafe und die Böcke. „Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! … Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! … Und diese werden hingehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.“ (Mt 25,31-46) Auf welcher Seite wir einmal stehen werden, das wird nicht von einer souveränen Willkür Gottes (Prädestination) bestimmt, sondern hängt von unserer Glaubensüberzeugung und von unserer Lebensführung ab (Jak 2,26). In der Zwischenzeit fungiert die Regierung als Übergangsordnung, damit keine heillose Anarchie ausbricht. Die Vertreter dieser Übergangsordnung (= Politiker/Regenten) sind unvollkommen und haben wie alle anderen mit ihrem „trügerischen Herzen“ (Jer 17,9) und ihrer sündigen Wesensnatur zu kämpfen (Röm 7,20). Selbst die im Altertum von Gott persönlich eingesetzten Könige wie Saul, David oder Salomo haben mitunter massiv „Mist gebaut“, während andere heidnische, gewalt-tätige Machthaber von Gott gefügig gemacht und dazu gebraucht wurden, seine höheren Absichten und Pläne akkurat zu erfüllen.

Denken wir an Nebukadnezar, den Gewaltherrscher von Babylon. Er ließ eine Statue mit seinem Bild anfertigen und befahl, dass sich alle davor anbetend verneigen mussten. Wer dazu nicht bereit war, dem drohte der Feuerofen (siehe Dan 3,1ff). Als Daniels drei Freunde Schadrach, Meschach und Abed-Nego diesen Götzendienst verweigerten, wurden sie in den Feuerofen geworfen. Doch Gott bewahrte sie auf wunderbare Weise vor dem Verderben. Der König wurde dadurch von Gott gedemütigt und in seiner Gesinnung gewandelt, so dass er dem HERRN die Ehre gab. Nebukadnezar gab daraufhin folgenden Erlass heraus: „Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte gerettet hat, die sich auf ihn verließen und das Wort des Königs übertraten und ihren Leib dahingaben, damit sie keinem Gott dienen oder ihn anbeten müssten als nur ihren Gott! So ergeht nun von mir der Befehl, der jedes Volk, jede Nation und Sprache <betrifft>: Wer über den Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos etwas Verächtliches sagt, soll in Stücke gehauen werden, und sein Haus soll zu einem Misthaufen gemacht werden. Denn es gibt keinen anderen Gott, der so retten kann. (Dan 3,28. 29) – Was für eine spektakuläre Gesinnungsänderung!

Später verfiel Nebukadnezar erneut der Torheit, indem er sich überheblich seiner glorreichen Herrschaft rühmte (Dan 4,26-28). [kommt uns das irgendwie bekannt vor aus der gegenwärtigen Politik?] Vorher war dieser König durch einen Traum gewarnt worden, dessen Bedeutung ihm von Daniel in Gott gegebener Weisheit ausgelegt worden war. Nachdem der HERR den Hochmut des Herrschers gestraft hatte, kam dieser wieder zur Besinnung. In aller Demut verfasste er einen Lobpreis auf den HERRN – zu finden in Daniel 4,31-34. Der Schlusssatz dort lautet: „Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen.“

Durch den Propheten Jeremia verordnete der HERR den Nationen sogar ausdrücklich die Regierung und das Joch Nebukadnezars: „Und es wird geschehen, die Nation und das Königreich, die ihm, Nebukadnezar, dem König von Babel, nicht dienen und ihren Hals nicht unter das Joch des Königs von Babel geben wollen, diese Nation, spricht der HERR, werde ich heimsuchen mit dem Schwert und mit dem Hunger und mit der Pest, bis ich sie ganz in seine Hand gegeben habe.“ (Jer 27,8)

Später übernahm Darius die Herrschaft im Reich der Chaldäer. Daniel war einer seiner Minister. Weil dieser Mann durch Gottes Hilfe in seinem Amt außergewöhnlich erfolgreich war, traf ihn der Neid der übrigen Minister. Durch eine Intrige wurde er angeklagt und sollte bestraft werden, weil er den Erlass des Königs missachtete und nicht davon abließ, dreimal täglich zu Gott JAHWE zu beten. Daraufhin wurde er in die Löwengrube geworfen. Doch der allmächtige HERR griff ein und rettete ihn vor dem Rachen der ausgehungerten Löwen. Der König Darius war davon so beeindruckt, dass er Gott die Ehre gab und das Gebot herausgab: „Von mir ergeht der Befehl, dass man in der ganzen Herrschaft meines Königreichs vor dem Gott Daniels zittere und sich fürchte! Denn er ist der lebendige Gott und bleibt in Ewigkeit; und sein Königreich wird nicht zerstört werden, und seine Herrschaft währt bis ans Ende. Er, der rettet und befreit und Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde tut, er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet.“ (Dan 6,27.28)

Den Herrscher Kyrus von Medien (Persien) nennt Gott sogar seinen „Hirten“ und seinen „Gesalbten“ (Messias), der den Plan des Höchsten über Israel erfüllte: „[Gott, der HERR,] der von Kyrus spricht: Mein Hirte, er wird alles ausführen, was mir gefällt, indem er von Jerusalem sagen wird: Es werde aufgebaut, und der Grundstein des Tempels werde gelegt! So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner Rechten ergriffen habe, um Nationen vor ihm zu unterwerfen — und die Hüften der Könige entgürte ich —, um Türen vor ihm zu öffnen, und Tore bleiben nicht verschlossen: Ich, ich werde vor dir herziehen und werde die Berge einebnen. Eherne Türen werde ich zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen. Ich gebe dir verborgene Schätze und versteckte Vorräte, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich bei deinem Namen ruft, der Gott Israels. Wegen meines Knechtes Jakob und Israels, meines Auserwählten, habe ich dich bei deinem Namen gerufen. Ich gebe dir einen Ehrennamen, ohne dass du mich gekannt hast. Ich bin der HERR und sonst keiner. Außer mir gibt es keinen Gott. Ich gürte dich, ohne dass du mich erkannt hast, damit man erkennt vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es außer mir gar keinen gibt. Ich bin der HERR — und sonst keiner —, der das Licht bildet und die Finsternis schafft, der Frieden wirkt und das Unheil schafft. Ich, der HERR, bin es, der das alles wirkt. (Jes 44,28; 45,1-7)

Und Gott tut, was er sagt, und sagt was er tut: „Juble, du Himmel, denn der HERR hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und all ihr Bäume darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.“ (Jes 44,23)

„Und im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, erweckte der HERR, damit das Wort des HERRN aus dem Mund Jeremias erfüllt würde, den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, dass er durch sein ganzes Reich einen Ruf ergehen ließ, und zwar auch schriftlich: So spricht Kyrus, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der HERR, der Gott des Himmels, mir gegeben. Nun hat er selbst mir den Auftrag gegeben, ihm in Jerusalem, das in Juda ist, ein [Tempel-]Haus zu bauen. Wer immer unter euch aus seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels! Er ist der Gott, der in Jerusalem ist.“ (Esra 1,1-3 – siehe auch 2.Chr 36,22.23)

Im Buch Ester taucht zwar kein einziges Mal der Name des HERRN JAHWE auf, trotzdem wird dort die wunderbare Macht und Führung Gottes bezeugt: Ahasveros (Xerxes I.), der auf den satanisch inspirierten Rat Hamans hörte, ließ sich dazu aufstacheln, gegen die Juden seines Reiches einen Pogrom zu planen. Durch die Intervention von Mordechai und dessen zur Königin aufgestiegenen Nichte Ester konnte dieser bösen Betreibung gegengesteuert werden. Der unwiderrufliche Erlass des Königs wurde durch einen weiteren Erlass ergänzt, in welchem den Juden gestattet war, sich mit Waffengewalt zur Wehr zu setzten. Daraufhin wurde das drohende Verderben abgewendet und für die Juden sogar in einen Triumph verwandelt. Der übelwollende Ratgeber jedoch wurde an genau jenem Galgen hingerichtet, den er selbst für Mordechai bestimmt hatte. Seither feiern die Juden aus besagtem Anlass das Purim-Fest als ein Fest der Freude und des Triumphes über ihre Feinde (Est 9,26-28). Auch hier hat Gott das Blatt gewendet und demonstriert, dass er der Gott „allen Fleisches“ ist und souverän die Herrschaft über die Machthaber ausübt. Dabei beteiligt er immer wieder bestimmte Menschen (hier Mordechai und Ester) durch Gebet und Fasten an der Realisierung seiner Pläne und Absichten.

Wir sehen, dass Gott selbst heidnische Gewaltherrscher dazu „erwecken“ kann, seinen Willen zu erfüllen. – Andererseits finden wir bei den Königen Israels, die ja eigentlich den HERRN und seine Gebote kennen sollten, oftmals böse Rebellion und Widerspenstigkeit. Immer wieder lesen wir im Alten Testament: „Und Salomo tat, was böse war in den Augen des HERRN …“ (1.Kö 11,6) „Und Juda tat, was böse war in den Augen des HERRN.“ (1.Kö 14,22) „Und Nadab tat, was böse war in den Augen des HERRN.“ (1.Kö 15,26) „Und Baschan tat, was böse war in den Augen des HERRN.“ (1.Kö 15,34) usw.. Diese Bosheit musste von Gott gerichtet und mit „eisernem Stab“ gebrochen werden. Das Ende davon war, dass der HERR Israel und Judäa schließlich in alle Welt zerstreute und dadurch den grausamen, im Mosaischen Gesetz angedrohten „Fluch des Gesetzes“ (Gal 3,13) über sein erwähltes Volk vollstrecken musste (5.Mo 28-69). [Wohlgemerkt: nicht das Mosaische Gesetz ist der Fluch, sondern die darin angedrohte Strafe für massiven Ungehorsam!]

Die Heilige Schrift bezeugt uns eine ganze Reihe von Fällen, in denen Gott uneinsichtige Herrscher einfach „neutralisierte“ oder aus ihrer Machtposition entfernte. Denn Gott ist zwar langmütig, aber irgendwann ist das Maß seiner Geduld voll! Daher müssen wir uns die Frage stellen, ab wann verfehlt eine Regierung ihren göttlichen Regierungsauftrag in so entscheidender Weise, dass sie ihr Mandat verliert.

Diese schwierige Frage stellte sich auch ein Dietrich Bonhoeffer. Als Theologe war er durch das Wort Gottes zu dem Schluss gelangt, dass die Regierungsinstanz an sich eine von Gott gegebene Einrichtung ist – sozusagen eine Übergangsordnung, bis der Herr Jesus Christus selbst erscheinen werde, um sein Tausendjähriges Friedensreich (Millennium) auf Erden aufzurichten (siehe dazu Apg 3,19-21;  Offb 20,1-6). Bonhoeffer gelangte jedoch nach schwerem innerem Ringen zu folgender Auffassung: wenn Diktatoren auftreten, die ihre politische Macht missbrauchen und durch ihre Grausamkeit und Bosheit furchtbares Unheil und Leid anrichten, dann müsse man ihnen widerstehen – nötigenfalls auch mit Gewalt. Deshalb entschloss sich dieser Theologe und Pfarrer, in den aktiven Widerstand zu gehen. Doch er wurde verhaftet und ins KZ gesteckt, wo er tragischerweise kurz vor dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus und des Deutschen Reiches noch im April 1945 liquidiert wurde. Dennoch war es nicht die Widerstandsbewegung, die den Führer und das NS-Regime stürzte, sondern die politische und militärische Gewalt der Alliierten. Immerhin kann sich Deutschland heute solcher Leute wie Bonhoeffer oder Graf von Stauffenberg rühmen; denn sie sind ein Zeichen dafür, dass nicht alle Deutschen „Sieg Heil!“ geschrieen, dem Wahn des deutschen Übermenschentums gehuldigt haben und blindlings dem Führer gefolgt sind (als willige Vollstrecker seiner bösen Pläne). Nach dem Zusammenbruch war Deutschland ein Scherbenhaufen bzw. ein rauchendes Trümmerfeld. Gott hat über das stolze Volk der Dichter und Denker ein Strafgericht vollzogen. Aber auch durch viele andere Nationen Europas und der Welt (z.B. Japan) war der „eiserne Stab“ des Herrn aller Herren gezogen und hatte ein furchtbares Gericht vollstreckt (siehe z.B. Hiroshima und Nagasaki). Denn Jesus Christus ist nicht allein der Schöpfer der Welt (Hebr 1,2;  Joh 1,1-2) und der Erlöser der Welt (Kol 1,20;  Joh 3,17;  1.Joh 4,14), sondern auch der Regent und Richter der Welt (Joh 5,22). Auch wenn er erst am Ende des Äons das große Weltgericht halten wird, so sitzt er doch heute schon als Pantokrator (Allesbeherrscher) auf dem Thron zur Rechten des himmlischen Vaters und hat alle Macht empfangen im Himmel und auf Erden (Mt 28,16;  1.Petr 3,22;  Phil 2,7-11;  Hebr 2,8). Davon erfahren wir bereits in der Prophetie im Psalm 2:

 „Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? Es treten auf Könige (Machthaber) der Erde, und Fürsten (Politiker) tun sich zusammen gegen den HERRN und seinen Gesalbten (= Christus). [Sie sprechen]: »Lasst uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!« – Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. Dann spricht er sie an in seinem Zorn, in seiner Zornglut schreckt er sie: »Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem heiligen Berg!« – Lasst mich die Anordnung des HERRN bekannt geben! Er hat zu mir (= Christus) gesprochen: »Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde. Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen.«

An Weihnachten dürfen wir uns daran erinnern, dass es die Jungfrau Maria (Mirjam) war, die diesen Gott-Menschen geboren hat: „Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron.“ (Offb 12,5) Jesus Christus wird oft dargestellt als demütiger und „sanftmütiger König, auf einem Esel reitend“ (Sach 9,9). Doch das ist nur die eine Seite der Medaille – nämlich die irdische. Die andere, himmlische Seite lautet: Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er mit ihm die Nationen schlage; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen.“ (Offb 19,15)

Viele Christen haben Probleme mit derartigen biblischen Texten. In den populär-theologischen Vorstellungen vieler kirchlicher, freikirchlicher, evangelikaler Christen herrscht die irrige Vorstellung, dass Gott seit dem Erlösungswerk Jesu Christi nur noch ein gnädiger, barmherziger, geduldiger, vergebender Gott und die bedingungslose Liebe in Person sei. Die andere Seite Gottes, seine unvorstellbar große Heiligkeit und Gerechtigkeit, oder sein Richten, Vergelten, Züchtigen und Strafen wird weitgehend ausgeblendet. Das Gottesbild vieler (der meisten?) Christen ist heute – nach 2000 Jahren Theologie-Geschichte - völlig einseitig verbogen. Das kommt daher, dass das Dokument der ganzheitlichen Selbstoffenbarung Gottes, die Bibel, nur noch selektiv gelesen wird. Die „schwierigen“ Texte werden einfach überlesen und beiseite geschoben – oder man übt Bibelkritik und spricht der Heiligen Schrift den Status göttlicher Inspiration und Unfehlbarkeit gleich ganz ab. (Siehe dazu den Links Die Bibel - das sichere Fundament und Die Bibel ist Gottes Wort und Zurück zur ganzen Bibel) Nein, wir brauchen keine schöngefärbten, „benutzerdefinierten“ Gottesvorstellungen, sondern eine Rückkehr zur ganzheitlichen Selbstoffenbarung Gottes, bei der uns beide Seiten Gottes aufgezeigt werden. Doch dazu haben heute die allermeisten „Geistlichen“ nicht mehr den Mumm. Denn das könnte ja bedeuten, dass ihnen die Mitglieder fortlaufen – und damit die Kirchensteuer-Zahler und Spendengeber abhanden kommen.  

Der dreieinige Gott ist nicht nur ein barmherziger „Retter der Welt“, sondern auch ein heiliger und gerechter „Richter der Welt“ (Ps 9,9;  96,10.13;  Joh 5,22.27;  Apg 10,42;  Röm 1,18ff;  2,2-11). Und das nicht erst am „Jüngsten Tag“. Schon jetzt „treffen seine Gerichte die Erde, damit ihre Bewohner Gerechtigkeit lernen“ (Jes 26,9-10). Das will heute zwar keiner hören, aber des ändert nichts an der feststehenden Tatsache. Gott ist in seiner Wesennatur unwandelbar! Die theologische Unterscheidung in einen alttestamentlichen Gott, der zornig richtet und straft, und in einen neutestamentlichen Gott, der freundlich und barmherzig und voller Liebe ist, entspringt einem Wunschdenken. Gott ist immer beides! Und Gott ändert sich nie! (Jak 1,17;  Jes 41,4) Das ist ein Aspekt der Kreuzigung Jesu Christi. Weil Gott in seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit die Sünde strafen muss (und will!), hat er seinen Sohn Jesus Christus als Retter in die Welt gesandt, damit dieser die Sündenstrafe des ewigen Todes auf sich nimmt, damit alle, die an ihn glauben, Gnade, Vergebung, Erlösung und ewiges Leben erlangen. Gott kann Bosheit und Sünde nicht einfach wegwischen und vergessen. Aber er kann jene begnadigen, die ihre Schuld eingestehen und an Jesus glauben, weil dieser ihre Schuld bezahlt hat. „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt (jetzt schon) richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ (Joh 3,17.18)

Jesus ist das Opferlamm Gottes, das die Sünden der Welt auf sich genommen und weggetragen hat (Joh 1,29). Doch die Sündenvergebung geschieht nicht automatisch. Wir Menschen sind aufgerufen, uns hier und heute durch Umkehr (Bekehrung) und Glauben für das ewige Leben im Himmelreich Gottes zu qualifizieren (Mk 1,14.15;  Joh 3,3.5-8.16;  Apg 2,38;  3,19.29;  Tit 3,4-7;  1.Kor 15,1-3). Gläubige erfahren hier und jetzt die Erlösung und eine geistliche Auferweckung   (= geistliche Wiedergeburt). Als Erlöste empfangen sie Sündenvergebung und Gerechtigkeit (Apg 26,17.18;  Röm 3,22-28;  Eph 2,1-10). Doch anschließend sollen sie in der Kraft des Heiligen Geistes ein neues, erlöstes Leben führen (Röm 6,1-12), indem sie die Sünde überwinden (Gal 5,16-25;  Kol 3,1-11) und die Gebote Gottes halten (Joh 14,15.21.23.24;  1.Joh 5,3;  1.Petr 2,11;  3.11;  2.Petr 3,11). Bis das Himmelreich Gottes sichtbar anbricht, müssen sich die Gläubigen hier auf der Erde bewähren. Wer in seinem alten Leben weiterlebt und „auf Gnade sündigt“, der setzt seine Erlösung aufs Spiel (Hebr 6,4-9;  10,26.27.35-39;  Gal 5,19-25). Doch wer sich bewährt, der erlangt das ewige Leben in einer unvorstellbaren Herrlichkeit (1.Kor 2,9;  Jak 2,5). „Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.“ (Offb 2,7)

Bis es soweit ist und das ewige Reich Gottes anbricht, hat Gott uns das Leben in dieser gefallenen Welt verordnet. Als Übergangsordnung hat er die Instanz der Regierungsgewalt als seine Diakonin (Dienerin) eingesetzt (Röm 13,3.4;  1.Petr 2,13.14). Durch Politiker (Regenten) und Politik soll ein gewisses Maß an Gerechtigkeit und Ordnung aufrechterhalten werden. Dass die „Staatsdiener“ auch nur unvollkommene, fehlbare Menschen sind, das braucht man nicht erst zu betonten. Das ist so! Deshalb sind auch Christen versucht, über sie zu schimpfen und zu lästern. Doch das Wort Gottes fordert uns auf, lieber zu beten. (Wer soll das denn sonst machen!?) „Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige (Regenten) und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Retter-Gott, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1.Tim 2,1-4 – vgl. Jer 29,7) – Bereits im Alten Testament hat Gott verheißen: „Wenn … mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2.Chr 7,14)

Der Gebets-Faktor ist nicht zu unterschätzen. Schließlich ist es Gott, der die Weichen stellt, ob ein Volk die Regierung bekommt die es braucht, oder die es verdient (Daniel 4,14.22-34; 2,21;  Hiob 34,17-30). Christen und Kirchen unseres Landes haben in der Vergangenheit in dieser Hin-sicht manchmal ihre Verantwortung vernachlässigt, indem sie das Feld den atheistischen (oder nur scheinbar „christlichen“) Staatsmännern überlassen haben. Doch selbst im „Dritten Reich“ gab es einige bekennende Christen wie Dietrich Bonhoeffer, die sich dem fortschreitenden Verderben mit Gebet, mit klaren Worten, aber auch mit aktiver Tat entgegen stemmten.

Wenn eine gerichtsreife Nation aufgrund ihrer Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit von Gott gezüchtigt und von einem von Gott verhängtem Strafgericht ereilt wird, dann kann das dadurch geschehen, dass Er ihnen entweder eine ungerechte, diktatorische oder aber eine zügellose, liberale Regierung verordnet. Dann werden die herbeigeführten Zustände dafür sorgen, dass die Bürger dieser fehlgeleiteten Gesellschaft auf schmerzvolle Weise zur Besinnung kommen. (Wer nicht hören will, muss fühlen!)

Wenn in einer Nation die Sünde (inform von Gotteslästerung, Bildungs-Hochmut, Mammon-Götzendienst, Lüge, Betrug, Kriegstreiberei, Abtreibung, sexueller Unzucht/Perversion und anderen Bosheiten) überhand nimmt, dann läuft das oft Hand in Hand mit einer irregeleiteten Regierung. Es heißt: Kinder sind wie ein Spiegel – an ihnen wird die Art und Mentalität der Eltern sichtbar. (Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!) – In ähnlicher Weise könnte man sagen: Regierungen sind (oftmals) wie ein Spiegel – an ihnen können wir die Mentalität eines Volkes und den moralischen Zustand einer Nation ablesen. Das illustriert uns gegenwärtig auch Deutschland aufs Deutlichste mit seiner heutigen Parteienlandschaft und seiner Regierung. Durch die Demokratie hat die Regierung eines Staates – und die Politik, die von den jeweiligen Politikern veranstaltet wird – sehr viel mit der Gesinnung und moralischen Verfassung des jeweiligen Volkes zu tun – oder zumindest mit dessen breiter Mehrheit. (Nonkonformisten finden sich überall.)

 

Manche meinen ja (nicht ganz zu Unrecht), dass immer noch der „Volksempfänger“ – d.h. die Propaganda-Medien – den Ausgang einer politischen Wahl bestimmen würden? Obwohl die Medien einen nicht geringen Einfluss auf die Volksmeinung und auf die politische Willensbildung einer nationalen Gesellschaft ausüben, so gilt doch auch hier die Grundregel von Angebot und Nachfrage. Selbst Medienmacher können die Meinung der Bürger nicht um 180 Grad umkehren. Sie können die Medienkonsumenten in der heutigen pluralistischen und multimedialen Landschaft zwar beeinflussen, aber nicht monopolistisch fernsteuern. Das wäre allein dann und dort möglich, wo es nur einen einzigen „Wahrheits“-Informations-Kanal gibt – oder wo eine entsprechend straffe, diktatorische Staatszensur über die Medien herrscht.

Die dynamischen Gesetze der Massen-Manipulation sind ein hochkomplexes Gebiet. Da wirken schwer zu steuernde Kräfte und Winde, die oftmals wehen wie und wo sie wollen, nicht wie Menschen (Politiker) wollen. Schon mancher politischer Drahtzieher und Zauberlehrling wurde von ihnen aus der Bahn geworfen und ins Abseits gefegt. Da werden auch Trump, Putin, Xi Jinping und andere Machtpolitiker noch ihre Erfahrungen machen und ihre Wunder erleben ... 

Letztendlich ist es der Allmächtige, der mit souveräner Hand die Kapitel der Weltpolitik schreibt. In der Bibel – besonders in den Büchern der Propheten Daniel, Jesaja, Jeremia und der Johannes-Offenbarung – lässt Gott uns einen Blick hineinwerfen in seinen Fahrplan und Masterplan. Die erschütternden Szenarien dort sind schockierend – vor allem für die, die keine Erkenntnis über das Wesen Gottes besitzen und die mit „seinen höheren Gedanken und Wegen“ nicht vertraut sind (Jes 55,9). Auch wenn es manchmal so scheint, als wären Gott in der apokalyptischen „Endzeit“ die Zügel entglitten, so ist das eine große Täuschung. Er lässt Mächte und Kräfte von der Leine, über die Er absolute Kontrolle ausübt. Er lässt schreckliche Dinge über eine gerichtsreife Menschheit kommen, weil seine Geduld zu Ende gegangen ist. Er lässt sogar einen Antichristen und dessen falschen Propheten auf die Menschheit los, weil sie den Retter der Welt verworfen haben (Joh 5,43; Offb 13 – vgl. 2.Thess 1,3-12). Der „Sohn des Verderbens“, der eine autokratische, grausame Weltherrschaft mit einer Totalkontrolle antritt, wird zu seiner von Gott bestimmten Zeit offenbar werden, „bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist“ (1.Thess 2,1-12). Wir können davon ausgehen, dass zu diesem Bollwerk gegen den antichristlichen Geist in erster Linie die vom Heiligen Geist erfüllte, betende Gemeinde Jesu gehört. Darum bete, lieber Leser! Denn Gott integriert „die Gebete der Heiligen“ in seine Handlungsweisen (Offb 5,8;  8.3-6). (Übrigens: Die „Heiligen“ sind wir! (Röm 1,7;  16,15;  1.Kor 6,11;  2.Kor 1,1;  Eph 1,18.19;  4,11-15;  5,3;  Apg 9,41;  Kol 1,9-14) – nicht die „Nothelfer“ oder Heiliggesprochenen der röm.-kath. Kirche.)

Beten ist immer besser als schimpfen und lästern! Selbst bei schlimmen Regierungszuständen sind gläubige Christen nicht berechtigt, gegen die Staatsordnung zu rebellieren, sondern soweit es möglich ist, sich unter- und einzuordnen (Röm 13,1.2.5;  Tit 3,1;  1.Petr 2,13-17). Die Unterordnung unter die Regierungsautorität hat natürlich ihre Grenzen – als Christen müssen wir „Gott mehr gehorchen als Menschen“ (Apg 5,29). Doch zwischen einem persönlichen Ungehorsam im Bedarfsfall (z.B. aus Gewissensnot) und einem massiven Aufruf zum „aktiven Widerstand gegen die Staatsgewalt“ besteht doch ein großer Unterschied.

In unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung besteht das Problem im Moment nicht darin, dass wir von der Staatsgewalt gezwungen wären, so viele falsche Dinge zu tun, sondern vielmehr darin, dass in unserem Staat so viel erlaubt ist! Jeder darf nach Lust und Laune seinen „sündigen Begierden“ folgen. Übeltäter und Verbrecher werden oft mit Samthandschuhen angefasst (sie hatten ja schließlich eine so schlimme Kindheit). Straftäter kommen häufig ungeschoren oder mit viel zu laschen Strafen davon. Gerichtsverfahren ziehen sich endlos in die Länge und enden oft nicht in einem Gerichtsurteil, welches den Schuldigen schuldig spricht, sondern in einem moderaten „Vergleich“.

Auch ich bin oftmals entsetzt darüber, was in der Welt alles passiert und was Politiker alles anzetteln. Doch in dem Bewusstsein, dass der allmächtige Weltenlenker alles sieht, alles weiß und stets alles unter Kontrolle hat, kann ich aufatmen und Frieden finden. Er kann die Herzen der Regenten und Politiker lenken wie Wasserbäche (siehe Spr 21,1) – wenn wir statt zu schimpfen, beten.

Die Regierung ist grundsätzlich eine Dienerin Gottes – selbst wenn der Satan sie (mit Gottes Zulassung!) als Werkzeug zu missbrauchen sucht.

Und Politik ist grundsätzlich kein schmutziges Geschäft – selbst wenn Politiker mit unreiner Gesinnung und mit schmutzigen Fingern am Lenker sitzen und die Politik als erbarmungsloses, kommerzielles „Geschäft“ nach wirtschaftlichen Prinzipien betreiben (= Sozial- und Wirtschafts-Darwinismus). (Sie werden sich dafür vor Gott zu verantworten haben!)

Mit geistlichem Blick und einem geistlichen Urteilsvermögen können wir in dieser Thematik durch den Beistand des Heiligen Geistes und durch das biblische Wort Gottes eine neue Perspektive gewinnen (1.Kor 2,13-16). 

 

Siehe dazu auch den Link vom Exegesa-Bibel-Lehrdienst: Christsein und Politik. ¢

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Politik ist kein schmutziges Geschäft -
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